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Durchblutungsstörungen

 

AVK (Arterielle Verschlusskrankheit)

Die chronische AVK findet sich bei etwa 11 % der Männer, ist also eine sehr häufige Erkrankung, Männer erkranken fünf mal häufiger als Frauen. Die Geschlechtsunterschiede verschwinden in den höheren Altersgruppen.

Die AVK ist eine Bezeichnung für alle organischen Veränderungen des Gefäßdurchmessers der Arterien (Schlagader), die zur Stenose (Einengung), oder Obliteration (Verschluss), führen. Durch die Stenose der Gefäße kommt es zur Ischämie (Durchblutungsmangel), Blutleere, Blutverhaltung) und Durchblutungsstörungen der versorgungsabhängigen Gefäße und Organe. Verschlüsse von zentralen Arterien sind meist singulär und auf ein Segment begrenzt. Periphere Verschlüsse sind langstreckig und multipel.

Diagnose

Arterienverschlüsse der Gliedmassen und der großen supraaortischen Äste lassen sich ohne operative Hilfsmittel beurteilen.

Diagnose:

1. Anamnese: akuter oder langsamer Beginn, wurde bereits ein Herzinfarkt durchgemacht, Art und Ort der Beschwerden.

 2. Inspektion: Hautblässe, -röte, Ulcera (Geschwür), Nekrose (abgestorbenes Gewebe)

3. Pulsstatus: Palpitation, Pulskontrolle aller erreichbaren Arterien

4. Funktionsprüfung: Gehtest, Faustschlussübung

Das erste Symptom einer Durchblutungsstörung (DBS) ist oft eine Belastungsinsuffizienz (Versagen durch Belastung). In aller Regel sind folgende Zeichen Ursache einer fortgeschrittenen Verkalkung:

Kältegefühl, parästhetische Missempfindungen (Kribbeln, Einschlafen von Körperteilen), Hyperkeratose der Fußsohlen (vermehrte Hornhautabstoßung), Haarausfall, Blässe bei Hochlagerung, zyanotische Rötung bei Tieflagerung.

Typisch für eine arterielle DBS (Durchblutungsstörung) ist das Abklingen des Ruheschmerzes bei Tieflagerung des Körperteils. Besteht ein Belastungsschmerz, so klingt dieser in Ruhe wieder sehr schnell ab. Auch sind DBS zu vermuten bei Patienten, deren Haut ihre natürliche Färbung verloren hat, bei denen die Haut papierdünn ist, und bei denen sich eine einseitige Behaarung am Unterschenkel findet

Bei der Differenzialdiagnose sind folgende Faktoren / Erkrankungen abzugrenzen:

DBS der Arme: neurovaskuläre Schultergürtelkompressionssyndrom, Vasculitiden (Gefäßerkrankung), Kollagenosen (Bindegewebekrankheiten)

DBS der Beine: Erkrankungen der Wirbelsäule, entzündliche und degenerative Erkrankungen des Stützapparates sowie neurologische Erkrankungen

Risikofaktoren

Exogen: Rauchen, Kälte, Nässe, Infektionskrankheiten. Endogen: Lebensalter, Diabetes mellitus, Hyperlipidämie (Fettanstieg im Blut), Bluthochdruck

Ursache:

Risikofaktoren sind:

Blutdruckerhöhung

Zigarettenrauchinhalation

Hyperlipidämie (Blutfetterhöhung)

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

Hyperurikämie (Gicht)

Übergewicht (indirekt)

Bei Rauchern kommt es zu peripheren Verschlüssen, bei Bluthochdruck sind die zerebralen Gefäße betroffen. Ein Diabetes vervierfacht das Risiko an einem Extremitätenverschluß zu erkranken.

 Folgende Einteilungen werden unterschieden:

1. Unterarm-, Unterschenkeltyp,

2. Oberschenkeltyp

3. Beckentyp

4. Schultertyp

In etwa der Hälfte der Krankheitsfälle mit Durchblutungsstörungen liegt eine arterielle Verschlusskrankheit des Obrerschenkeltyps vor.

- 30 % Oberschenkel

- Peripherer Typ ca. 20 %

Das Vorkommen von arteriellen Krankheiten beim Zusammenwirken mehrerer Risikofaktoren steigt sehr stark an.

Zum Beispiel begünstigt starkes Rauchen periphere Verschlüsse, während sich erhöhter Blutdruck als Risikofaktor an den Zentralarterien (Hirngefäße) stärker ausprägt. Bei der Zuckerkrankheit vervierfacht sich das Risiko an einem Extremitätenverschluß zu erkranken.

Stadieneinteilung:

Stadium I: Beschwerdefreiheit oder uncharakteristische Missempfindung

StadiumII: Belastungsschmerz, sog. Claudicatio intermittens (Schaufenster- Krankheit)

Stadium III: Ruheschmerz

Stadium IV: Gewebsuntergang (Nekrose, Gangrän)

Therapie

Allgemeine Maßnahmen:

1- Nikotinentwöhnung, Blutdruckbehandlung, Diabetes-Einstellung, Cholesterin- und Gichtbehandlung, Gehtraining

2- Therapie: Ausschaltung der Risikofaktoren, systematisches Gehtraining, medikamentöse Therapie, chirurgische Kunststoffarterien, Bypass-opertion

3- In den späteren Phasen Infusionen mit Gefäßerweiterungsmittel, ggf. Gabe von Blutverdünnungsmittel.

4- Homöopathie: Mittel, die dazu führen, die Stoffwechselstörung zu behandeln.

5- Sauerstofftherapie: zur Verbesserung und Versorgung der Durchblutung in den Arealen mit Sauerstoffmangel.

6- Akupunktur: zur Behandlung der Schmerzen.

 

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