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Enzyme

 

Enzyme enttarnen Krebszellen und stärken die Abwehr

Behandlung mit Enzymen

Ein häufiger Bestandteil der biologischen Krebsmedizin ist die Behandlung mit Enzymen. Sie werden auf dreifache Weise wirksam und können daher in jeder Phase der Erkrankung zur ergänzenden Behandlung hilfreich sein.

Wirkungen an der Krebszelle

Tumorzellen können sich mit einer Hülle aus Eiweiß (Fibrine) tarnen. Dadurch werden sie für die Abwehrzellen schlecht erkennbar. Durch eiweißspaltende Enzyme kann diese Hülle aufgelöst werden.

Das ist wichtig, denn:

Alle Zellen tragen auf ihrer Oberfläche Erkennungsmerkmale, sogenannte Antigene. An den je nach Zelle unterschiedlichen Antigenen unterscheidet das Abwehrsystem unter körpereigenen und körperfremden Zellen. Vergleichen ließe sich das mit den Nummernschildern an Autos. Krebszellen tragen, um beim Vergleich zu bleiben, getarnte Nummernschilder. Den "Körperpolizisten", den Abwehrzellen, wird es erschwert, Freund und Feind zu unterscheiden. Durch Enzyme werden die Antigene freigelegt. Die Tumorzelle kann erkannt und von Abwehrzellen angegriffen werden.

Bei jeder Geschwulst besteht auch die Gefahr, dass sich vor oder während der Operation einzelne Zellen ablösen und an anderen Zellen des Körpers festsetzen. Sie können zu bedrohlichen Metastasen heranwuchern. Diese Gefahr wird durch Enzyme verringert. Die Enzyme mindern die Haftfähigkeit von abgelösten Tumorzellen, und sie machen das Blut dünnflüssiger. Im schneller fließenden Blut finden abgelöste Tumorzellen weniger Gelegenheit, sich irgendwo anzuheften und anzuwachsen. Sie werden abgebaut oder ausgeschieden. Enzyme wirken dadurch der Entstehung von Tochtergeschwülsten entgegen.

Wirkungen auf das Immunsystem

Bei der Abwehr von Krebszellen können sich Immunkomplexe bilden, auch blocking Faktors genannt. Sie behindern und lähmen das Abwehrsystem. Immunkomplexe entstehen häufig bei der Krebsabwehr. Tumorzellen können ihre Antigene abstoßen oder nach Auflösung von Tumorzellen bleiben die leeren Antigene erhalten. Sie werden von speziellen Abwehrzellen, den Antikörpern, trotzdem als "Feind" markiert. Antigene und Antikörper heften sich aneinander. Es entstehen Knäuel, die das Abwehrsystem irritieren und auf falsche Fährten führen. Die feinen Blutgefäße und Lymphbahnen können dadurch verstopfen. Solche Immunkomplexe können von Enzymen aufgelöst werden. Die Aktivität der Fresszellen und Killerzellen kann sich wieder gegen den eigentlichen Feind, die Tumorzellen, richten.

Bei der Auflösung von Tumorzellen entstehen verschiedene Abfallprodukte. Dieser "Zellmüll" kann ebenfalls die Abwehrleistung behindern. Da es sich dabei meist um Eiweißstoffe handelt, können die eiweißspaltenden Enzyme seine Abräumung beschleunigen. Enzyme fördern auch die Ausschüttung von Zytokinen, Botenstoffen wie Interleukin und Tumornekrosefaktor (TNF). Durch die Zytokine wird das Immunsystem in Alarmbereitschaft und erhöhte Aktivität versetzt.

Minderung von Nebenwirkungen

Enzyme haben weitere gute Eigenschaften: sie können Entzündungen hemmen und Gewebeschwellungen beseitigen. Solche quälenden Erscheinungen treten oft als Nebenwirkungen aggressiver Therapien oder als Folge der Operationen auf. Durch Enzyme können diese Nebenwirkungen klinischer Therapien deutlich gemindert oder verhindert werden. Auch die natürliche Darmflora wird durch Enzyme günstig beeinflusst, Durchfälle oder Erbrechen können gemildert werden.

Welche Enzyme?

Enzyme werden in vielfältiger Form vom Körper genutzt. An fast allen Stoffwechselvorgängen sind sie beteiligt. Ohne Enzyme würde z. B. die Verdauung nicht funktionieren, denn sie spalten Fette, Kohlenhydrate und Eiweiße. Therapeutisch werden sie auch zum Auflösen von Blutgerinnseln genutzt. Der Körper stellt sich die Enzyme zum Teil selbst her oder nimmt sie mit der Nahrung auf.

Bei der adjuvanten Krebstherapie werden vor allem proteolytische, also eiweißspaltende Enzyme eingesetzt. Es sind vornehmlich Bromelain aus der Ananas, Papain aus der Papaya, sowie Trypsin und Chymotrypsin aus Bauchspeicheldrüsen von Tieren. Die Präparate enthalten diese Enzyme in hochgereinigter Form. Mischpräparate aus mehreren Enzymen sind wirksamer als einzelne Enzyme.

Anwendung der Enzyme

Metastasen-Verhütung:

Anwendung vor, während und einige Tage nach der Operation in erhöhter Dosierung.

Immun-Modulation:

langfristige Anwendung nach der Erstbehandlung (Operation) in normaler Dosierung (laut Beipackzettel), meist als Ergänzung und Unterstützung anderer Therapien zur Abwehrstärkung - etwa mit Mistel, Thymus, Peptiden.

Behandlung von Begleiterkrankungen:

Nach Operationen können Lymphödeme auftreten. Bei Patienten, deren Abwehrkräfte geschwächt sind, kann es zu Infektionen mit Herpes Zoster kommen. Eine hochdosierte Enzymbehandlung kann hilfreich sein. Bei Ödemen sollen sie zusammen mit Selen und Lymphdrainage angewandt werden. Während und nach der Erstbehandlung in der Klinik (Operation) wird zunächst eine hochdosierte Einnahme zur Metastasenverhütung empfohlen. Das ist etwa die zwei- bis dreifache Menge der im Beipackzettel angegebenen Dosierung mit Dragees. Oder man wendet die Enzyme als Klistier an.

Nach einigen Wochen kann dann zu einer Dauertherapie übergegangen werden. Die tägliche Dosis wird auf das Normalmaß reduziert (laut Beipackzettel oder Angaben des Therapeuten). Diese Dauertherapie wird auch bei fortgeschrittenen, Metastasierenden Tumorleiden angeraten. Liegen nach etwa einem Jahr keine Anzeichen mehr für ein Fortschreiten der Erkrankung vor - wenn alle Nachuntersuchungen keine krankhaften Befunde ergeben haben - kann zu einer Intervall-Therapie übergegangen werden. Sie besteht in einer periodischen Stimulierung des Immunsystems: eine Woche lang Einnahme des Präparats in Normaldosis, drei Wochen Pause, eine Woche Einnahme, Pause usw.

In den ersten Tagen der Enzymbehandlung sollten Enzyme in einer etwas höheren Dosierung als angegeben eingenommen werden, um evtl. vorliegende Hemmnisse bei der Resorption zu beseitigen. Die Einnahme soll mit reichlich Wasser zwischen den Mahlzeiten erfolgen. Die Dragees oder Tabletten dürfen nicht zerkaut werden.

Nebenwirkungen

Durch die Einnahme kann es zu Veränderungen am Stuhl kommen, etwa von Farbe, Geruch oder Konsistenz. Das hat keine gesundheitliche Bedeutung. Nach dem Absetzen der Behandlung normalisiert sich der Stuhl wieder. Die leicht abführende Wirkung der Enzyme kann in vielen Fällen sogar erwünscht sein.

Die Geruchsveränderung des Stuhls kann vor allen bei der Therapie mit erhöhten Dosen auftreten. Um die individuell resorbierbare Dosis zu ermitteln, empfiehlt sich folgendes Vorgehen: man beginnt die Einnahme mit der Normaldosis und steigert diese von Tag zu Tag, bis die Geruchsveränderung auftritt. Bei dieser Geruchsgrenze liegt dann die individuelle Resorptionsdosis für die Behandlung mit erhöhter Dosis (siehe Anwendung).

Wenn aus anderen Gründen blutverdünnende Präparate eingenommen werden müssen (Marcumar, Aspirin o. ä.), sollen Enzyme nicht oder nur in Absprache mit dem Therapeuten genommen werden.

Enzympräparate

Enzympräparate gibt es als Dragees oder Tabletten mit einem magensaftresistenten Überzug, als Klistier und als Injektionspräparat.

Injektionen werden in besonderen Fällen zur Behandlung von Ergüssen (etwa einem Pleuraerguß) oder zur Injektion direkt an oder in den Tumor benutzt.

Kosten

Enzympräparate sind verordnungsfähig. Die Verordnung muss vom Arzt gegenüber der Kasse begründet werden. Lehnt die Kasse die Kostenübernahme ab, sollte Widerspruch eingelegt werden. Ein ausführliches Merkblatt zur "Kostenerstattung durch die gesetzliche Krankenkasse" kann bei der Gesellschaft für biologische Krebsabwehr angefordert werden.

Hinweis :

Enzyme wirken vornehmlich als Wirkungsverstärker für andere Therapien. Deshalb sollte ihre Anwendung in der adjuvanten Krebsbehandlung mit weiteren Mitteln zur Abwehrstärkung verbunden werden. Die Wirksamkeit von Mistel-, Thymus- oder Peptidpräparaten kann dadurch erhöht werden.

 

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