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Naturheilverfahren / Naturheilkunde

 
1 Allgemeines

2 Verfahren der Naturheilkunde

3 Bedeutung der Naturheilverfahren

4 Prinzipien der Naturheilkunde

4.1 Das Grundsystem

4.1.1 Grundsystem Aufbau


4.1.2 Reiz-Reaktion-Schema

4.2 Phasen des Grundsystems


4.3 Ausleitende entgiftendes Verfahren

5 Klassische ausleitende Verfahren

5.1 Blutentziehung durch Aderlass

5.2 Das Emmenagoge Verfahren

5.3 Schröpfen

5.4 Derivation durch Schwitzen

5.5 Bewegungstherapie

5.6 Klassisches Ableitungsverfahren nach Baunscheidt

5.7 Ausleitung durch Symbiose Darmlenkung( siehe unter Immuntraining

durch den Darm)

5.8 Ausleitung durch Cantharidenpflaster

5.9 Klassische Ableitende Verfahren durch die Kolonhydrotherapie

5.10 Klassisches Ausleitendes Verfahren bei Lebervergiftung



1 Allgemeines

Die Naturheilkunde bzw. das Naturheilverfahren befasst sich mit Methoden, die den Körper zur Selbstheilung helfen. Diese Methoden stammen meistens aus der Natur. Die Naturheilkunde bzw. das Naturheilverfahren wird heutzutage als Alternativ-medizin bezeichnet und ist ein Teil der Komplementärmedizin.

Die Naturheilkunde bzw. das Naturheilverfahren könnte bei verschiedenen Erkrankungen bzw. Leiden als Ergänzungsmaß-nahme abgewendet werden. Damit diese Naturheilmethoden ihre Wirkung entfalten können, benötigen sie eine reaktionsfähige Grundregulation.
In Deutschland bieten allgemeinmedizinische Praxen komple-mentäre  Behandlungsmethoden an


2 Verfahren der Naturheilkunde


1 Klassische ableitende Therapie an Haut, Darm, But , Niere und Magen

2 Manuelle Therapie – Massagen, Chirotherapie, Reflexthe-rapien

3 Phytotherapie (pflanzliche Medikamente)

4 Regulationstherapie  (z. B. Neuraltherapie, Homöopathie, Akupunktur)

5 umstimmende  und hormonmodulierende Verfahren wie:
• Mikrobiologie (Symbiose, Darm)
• Eigenbluttherapie
• Eigenurintherapie
• Organtherapien (Thy-muspräparate)

6 Orthomolekulare Medizin


3 Bedeutung der Naturheilverfahren


Die Naturheilverfahren werden sich immer mehr behaupten. Gründe dafür

sind:

• Die nicht regulativen Medizinkosten haben sich zwischen 1970 und 2000

mehr als vervierfacht.

• Die schweren Nebenwirkungen der chemischen Medikamente belaufen sich auf über 100 000 pro Jahr.

• Ca. 200 000 – 250 00 Todesfälle pro Jahr in Westeuropa und den USA werden durch akute Nebenwirkungen der Medikamente verursacht.

• Chronische Erkrankungen, die durch Medikamente verur-sacht werden, nehmen zu.

• Bei Krebserkrankungen konnte man sehr gut  mit fast 63 % die Naturheilmedizin mit behandelt werden.

• Andere Erkrankungen konnten auch naturheilkundlich mit guten Ergebnissen therapiert werden, wie Herz-Kreis-Lauf Erkrankung, psychiatrische Erkrankungen, neurologische Erkrankungen, somatische Formen.


4 Prinzipien der Naturheilkunde


• Krankheiten sind ursächlich auf organ- bzw. gewebsspezi-fische Veränderungen zurückzuführen.

• Alle Krankheiten kommen aus der Zelle, daher ist eine symptomorientierte Diagnostik und Therapie erforderlich.

Leben ist der Ausdruck von Ereignissen, die auf verschiedenen Ebenen ablaufen und sich im menschlichen Körper zu einem sichtbaren Bild verknüpfen. Funktionelle Störungen sind rever-sibel, aber Krankheiten sind fixierte Störungen des Fließgleich-gewichtes.

4.1 Das Grundsystem

Der Angriffspunkt der Regulationsmedizin ist das Grundsystem.

Das Grundsystem besteht aus:

• Grundsubstanz (Matrix)

• Strombahnen der Gefäße

• Peripheres vegetatives Nervensystem

Die Gesamtheit der extrazellulären Matrix macht ca. 30 % des Körpergewichtes aus.

4.1.1 Grundsystem Aufbau

1 Grundsubstanz (Matrix - weiches Bindegewebe, Maschen-werk aus hochpolymere Zucker-Eiweiß-Komplex, diese sind:

• Proteoglykane und Glykosaminglykane

• Strukturproteine (Collagen, Elastin)

• Vernetzungsglykoproteine (Fibronektin, Laminin, Chond-ronektin)

• Im Netzwerk: Wasser, Ionen, Metabolik, Katabolik, Blut-zellen, Abwehrzellen

2 Bindegewebszellen (Mast, Abwehr und Faserzellen)

3 Glykokalix:

• Das sind oberflächliche Strukturen auf Zuckermoleküle und Organzellen, aber auch auf den Strukturproteine.

4 Kapillare in Strombahnen

• Abgabe von Katabolik bzw. Aufnahme von Metabolik

5 lymphatisches End- und Anfangsgebiet

6 vegetative Nervenendungen

• blindendendes im Grundsystem

Die Matrix wird neu und zwar situationsgerecht hergestellt und abgebaut von:

• Fibrioblasten

• Osteoblasten

• Chondroblast

• glatte Muskulatur

• Astrozyten

Die extrazelluläre Matrix:

1 rasche Reaktionsweise, schnelle Umstellung auf intakte Umgebungsbedingungen

2 Informationsspeicherung

3 Aufrechterhaltung des Milieus

4 Pufferfunktion

5 Steuerung des metabolischen Flusses

6 Leitung und Transformation elektromagnetischer Signale und physiobiologischer Informationen

4.1.2 Reiz-Reaktion-Schema

Reize werden mit Gegenaktionen beantwortet:

1 Reaktionsphase ist gleich sympathische Schockphase – dauert drei Tage

2 Gegenschockphase ist gleich parasympathische Phase – drei bis vier Tage

3 Rekonvaleszenzphase – bis ca. drei Wochen


Chronische Erkrankungen sind charakterisiert durch den ver-minderten oder fehlenden Ablauf

der normalen Reaktionen. Das führt zur Verlängerung der Schockphasen nach Unterdrü-
ckungsmaßnahme durch Antibiotika, Chemotherapie oder To-xine.

Blockade des Grundsystems bis zu sechs Monaten.

Aber Verlängerung der Gegenschockphase durch Allergie, Übersäuerung und Einfluss freier

Radikale führt zur Verminde-rung der Reizantworten, Abnahme der Ladung der Zellmembran,

Veränderung der Konsistenz des Grundsystems.

Die andauernden Belastungen durch mikrobiologische Keime, Schwermetalle,

Stoffwechselstörungen, Säureanhäufungen füh-ren zu Ladungsänderungen, zu Fremden oder

fehlerhaften In-formationstransfer, vermehrter Gewebsstarre, zu Schmerzen und zur

Chronifizierung(chronisch werden).

Ausleitende, Reiztherapie und Reflextherapien dienen der Wie-derherstellung der lokalen und

segmentalen Selbstheilung ist gleich Autonomie durch Entlastung des Grundsystems, Wie-

derherstellung der elektrophysiologischen Normalität und vas-kulären Ernährung. Es folgt

darauf eine Umstellung des Gesamtorganismus.



4.2 Phasen des Grundsystems

Alterungsprozesse können durch Ernährung und Medikamente begünstigt werden. Diese sind:

• säurebildende Nahrung, Eiweiße, Zucker, Kochsalz, koh-lensäurehaltige Getränkte (Calciumentzug)

• Antibiotika

• Vitamin K-Entzug, das führt zur Osteoporose

• Im Darmmilieu – vermehrte Mykosen, das führt zur Ab-wehrschwäche

• Nikotin

• Osteoporose, durch Minderung der Östrogenproduktion


4.3 Ausleitende entgiftendes Verfahren


Wenn wir erkranken, entsteht u.a.. vermehrte Schleimbildung. Wir reagieren darauf mit

Schwitzen oder Durchfall, daraufhin entsteht Fieber. Wenn der  Schleim nicht entfernt werden

kann, kann ein Abszess entstehen.

Der Körper kann mit Schmerzen auf dieses Krankheitsbild rea-gieren. Wenn der Schleim immer
noch nicht entfernt werden kann, können sich gutartige Ablagerungen im Körper bilden. Im

weiteren Verlauf kommt es zur Verschiebung im Zellinneren und dieses führt zunächst zur

Beschwerdearmut.

Später können Migräne, Angina pectoris (Schmerzen in der Herzgegend), Asthma oder

Geschwüre entstehen.

Wenn diese Gifte nicht ausgeschieden werden können und in das Zellinnere dringen, führt das

zu Zerstörungen der Zelle und das  führt zu Hauterkrankungen, MS, Arthrose, Abnutzungser-

scheinungen, Bindegewebserkrankungen und auch Krebs.


5 Klassische  ausleitende Verfahren

Zu den ausleitenden Verfahren gehören:

1 Blutentziehung (Aderlass, Blutegel, blutiges Schröpfen)

2 Derivation (Schwitzen, Fiebererzeugung)

3 Diurese (Wasserentzug)

4 Maßnahmen zur Menstruationsförderung ( Emmenagoge Therapie)

5 Emetische Verfahren(Erbrechend )

6 Purgation(Darmausleitung)


5.1 Blutentziehung durch Aderlass


Aderlass wird bei Eiweißspeichererkrankungen und Übersäue-rung durchgeführt.

Um das Schröpfen durchzuführen, muss man sogenannte Gelo-sen feststellen. Gelosen sind

tastbare Härtebildungen, die Kol-loidveränderungen darstellen. Es kommt zu einem Übergang

von einer wässrigen Gewebsbeschaffenheit zu einer festen. Die Gelosierung ist der Ausdruck

einer kombinierten, zellulären, Bindegewebe und physischen Störung. Sie sind Ausdruck der

verminderten blockierten Regulationsfähigkeit.

5.2 Das Emmenagoge Verfahren

Das Emmenagoge Verfahren ist eine Unterform des Aderlasses, um die Verstärkung bzw.

Wiederherstellung der Zyklusblutung zu erreichen.

Rezeptur:
Folia Sennae
Fruktus Petroselini
Herba Rutae
Flores Tanaceti  ann ad 30.0 g
Summitates Sabinae             5.0 g
MSD: tgl. 2 Tassen

Es ist auch bei folgenden Krankheiten anzuwenden:

Augen, HNO-Erkrankungen, Migräne, Hauterkrankungen, Herzbeschwerden, Rheuma,

Gallenbeschwerden und Psychosen. Man könnte das auch medikamentös mit pflanzlichen

Mitteln, wie z. B. Phytohypophyson, erreichen.


5.3 Schröpfen


Schröpfen wird bei folgenden Erkrankungen durchgeführt:

• Kopfschmerzen, Migräne, Schlaganfall, Tinnitus

• Asthma bronchiale

• Bei Verengung in der Herzgegend, Herzmuskelentzündung

• Nieren- und Gallenkoliken

• Bei Magen und Darmkrämpfen

• Rücken und Kreuzschmerzen

• Arthrose

• Bei Menstruationsstörungen und fehlender Regel

Wann darf Schröpfen nicht durchgeführt werden?

• Schwäche

• Niedriger Blutdruck

• Blutarmut

• Hohes Fieber

• Schwangerschaft

• Nicht stabile Herzkrankheiten


5.4 Derivation durch Schwitzen


Giftstoffe können durch Schwitzen über die Haut abgeleitet werden. Das entsteht durch die

Sympathikusreizung.

Dadurch kommt es zum Herzminutenvolumen und zur Pulser-höhung. Die Bronchen werden

erweitert.

Dies kann man mit schweißtreibenden Tees (Linden-  und Ho-lunderblüten),  mit Teil- und

Ganzbäder (mit Rosmarin- und Fichtennadelöl) oder mit Infrarot und Sauna (50° – 60°+

Grad). erreichen.


Die Infrarotsauna: Sie ist indiziert bei Atemwegserkrankungen, leichten Bluthochdruck, leichter
Durchblutungsstörung, bei To-xinbelastung, Muskel- und Gelenkerkrankungen.

Das Schwitzen durch Ganzkörperhyperthermie (bis 38°+ Grad Körperkerntemperatur) wird

meistens bei Fibromylgie eingesetzt.


5.5 Bewegungstherapie

Laut WHO beträgt die körperliche Betätigung von 50 % der westlichen Bevölkerung weniger

als zwei Stunden pro Woche. Der Kalorienverbrauch betrug bis zum Beginn des Industrie-

zeitalters ca. 60 Kalorie pro Kilo Körpergewicht. Heute sind es nur noch 25 – 30 Kalorien.

Eine Folge davon ist, dass 11%  der Jungen und 12 % der Mäd-chen übergewichtig sind.

Menschen der Frühzeit hatten eine tägliche Laufstrecke von ca. 20 – 40 km zu bewältigen.

Heute sind das nur noch1 – 1,5 km. Durch diesen Bewegungsmangel treten verschiedene

Erkrankungen vermehrt auf, wie Herzinfarkt, Zucker und Durchblutungsstörungen.


Die Bewegungstherapie bewirkt Folgendes

1 Erhöhung der Knochendichte

2 Senkung aller Fettsorten, des Blutdruckes und der Harn-säure, das Blut wird flüssiger

3 Verbesserte Ansprechbarkeit der Muskeln auf Insulin, hier Zunahme von Radikalempfängern

an sogenannte Antioxi-dantien

4 Mindert Symptome von CSS und Fibromyalgien

5 Schützt vor Sturz bei Älteren (Gleichgewichtstraining)

6 Minderung von Rückenschmerzen

7 Minderung von schwerer Herzschwäche (Abnahme der Sterblichkeit durch Herzinfarkt)

Ein regelmäßiges Gehtraining, drei bis fünf Mal pro Woche für mindestens 20 Minuten, senkt

das Risiko für eine Herzinfarkt um ca. 35 %.

Bei gleichzeitiger Gewichtsnormalisierung, zuvor wasserreiche Kost und Nikotinvermeidung

erfolgt eine Risikosenkung um ca. 85 %.


5.6 Klassisches Ableitungsverfahren nach Baunscheidt



1 Indikationen – schmerzhafte Erkrankungen des Bewe-gungsapparates (Gelenkschmerzen,

Gelenkarthrose, Weichteilrheuma, Osteoporose)

2 Blockierung des Lymphsystems

3 Bei Neuralgien

Wirkung:

1 Vermehrte Blutansammlung – führt zur Hautinnergewei-dereflexe

2 Lymphdrainage  nach außen – die Abwehrzellen steigen an, die inneren Organe werden

aktiviert

3 Hormone werden stimuliert

4 Darmsanierung – siehe auch Immuntraining durch den Darm.


5.7 Ausleitung durch Symbiose Darmlenkung( siehe unter Immuntraining durch den Darm)


5.8 Ausleitung durch Cantharidenpflaster

Bei folgenden Erkrankungen:

• Rheumatische Erkrankungen

• Entzündliche Erkrankung innerer Organe

• Spastische Erkrankungen wie Gallenblase, Asthma, Migrä-ne.

• Hauterkrankungen: als Umstimmungstherapie

Wirkung:

• Steigerung der Durchblutung, dadurch kommt zur Lymph-drainage.

• Es kommt zur pH-Normalisierung.

• Das Immunsystem wird aktiviert.

Wann darf diese Methode nicht benutzt werden?

Bei Nierenerkrankungen

5.9 Klassische Ableitende Verfahren durch die  Kolonhydrotherapie

Hier werden bestimmte Medikamente, wie Bittersalz, Glauber-salz, Rizinusöl, benutzt.

Dieses Verfahren darf nicht durchgeführt werden:

1 Bei akuten  entzündlichen bösartigen Darmerkrankungen

2 Bei Darmausstülpungen

3 Bei Darmdivertikel mit Lumenverengung

4 Sechs Monate nach einer Dickdarm-Operation

5 Bei hochgradiger Herzrhythmusstörung, Herzschwäche III – IV-Grades nach NYHA.


5.10 Klassisches  Ausleitendes Verfahren bei Lebervergiftung

Ausleitung durch pflanzliche Mittel:

1 Leberzellschutz durch Mariendistel, Artischocken

2 Cholagoga – hier werden z. B. Löwenzahn, Erdrauch, Schöllkraut, Rettich und Wermut

Die Leber ist das wichtigste Stoffwechselorgan, weil sie an der Regulierung des Säurebasen-

Haushaltes beteiligt ist:

• Produktion von Säuren und Basen in der Proteinsynthese (Abbau von Fetten, Harnstoffzyklen

und andere Prozesse).

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